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Vermeidung von Duplicate Content durch Pressemeldungen

In Foren und Blogbeiträgen wird seit geraumer Zeit die Thematik des „Duplicate Content“ kontrovers diskutiert. Google jedenfalls verspricht (!) drastische Sanktionen. In einschlägigen Kreisen wird das Thema jedoch mehr oder weniger ernst gehandhabt. Ein fataler Fehler?

Dieser Tage erzählte mir ein Redakteur eines Fachverlages in einem vertraulichen Gespräch (Name und Verlag werden deshalb nicht bekannt gegeben), dass Google ihm sein ehemals gutes Ranking für sein Portal drastisch abgestuft habe. Was war passiert? Mit der besten Absicht im eigenen und im Interesse der Leser wurden Beiträge, die in der Printausgabe der Fachzeitschrift erschienen sind und darüber hinaus Meldungen die dort nicht untergebracht werden konnten, im Onlineauftritt des Verlages publiziert. Soweit so gut. Fatal war allerdings, dass Meldungen vielfach 1:1 von externen Autoren (Firmen, Agenturen etc.) übernommen wurden. Eine Praxis die durchaus üblich ist, auch wenn sich an dieser Stelle die Frage nach gutem Journalismus stellt.

Da es nun aber im Interesse der Urheber liegt, ihre Themen möglichst oft zu veröffentlichen, werden solche Meldungen gern breit gestreut. So landen sie natürlich auch in den Onlineauftritten von Verlagen. Kostenlose Presseportale bieten zudem die vielfältigsten Möglichkeiten, Unternehmensmitteilungen in Form von Pressemeldungen online zu verbreiten. Dazu lassen sich reihenweise wichtige oder weniger wichtige Portale nutzen, um Meldungen selbst einzustellen. Manche dieser Portale leiten Meldungen selbst wiederum an andere weiter und sorgen so für umfassende Verbreitung. Ob solche Portale kostenpflichtig oder kostenfrei sind, ob Meldungen nur nach vorheriger Registrierung oder ohne Anmeldung einstellbar sind, ist im Ergebnis unerheblich. Die Inhalte der Meldungen werden zwar in vielen dieser Portale kritisch geprüft, um beispielsweise alles was zu sehr nach Werbung klingt zu filtern, aber eine Prüfung auf Duplicate Content findet nicht statt. Das Ergebnis ist, dass ein und derselbe Content an unterschiedlichster Stelle erscheint.

Dies mag zwar im Hinblick auf die vom Urheber angestrebte Reichweite vordergründig in dessen Interesse liegen, für die Webseiten die diesen Content übernehmen, scheint dies jedoch tatsächlich schädlich zu sein – und zwar in zunehmendem Maß, wie mein Gespräch mit dem Kollegen eindrücklich zeigt.

Google-offizielle Informationen kann man dazu unter: http://support.google.com/webmasters/bin/answer.py?hl=en&answer=66359 nachlesen.

Auch wenn die Fragen um Duplicate Content durch Pressemeldungen nach wie vor unterschiedlich diskutiert werden, eindeutig geklärt sind sie nicht. Denn diesen Erfahrungen gegenüber steht, dass auch Meldungen von Presseagenturen, wie dpa, ADN, Reuters etc., weitgehend im gleichen Wortlaut auf den vielfältigsten Nachrichtenseiten wieder gegeben werden. Dass deshalb diese Seiten bei Google auf die hinteren Ränge fallen ist nicht zu erkennen.

Was ist also dran, am Downranking auf Grund von Duplicate Content?

Bloggen Sie uns Ihre Erkenntnisse, stellen Sie ihre Fragen und profitieren Sie von den Erfahrungen anderer!

Unser Tipp:
Verwenden Sie auf Ihrer eigenen Homepage „nur“ Unique Content und erstellen Sie für sonstige Onlineveröffentlichungen separate Textversionen. Praktiken wie Article Spinning helfen hier ein ganzes Stück weiter. Im B2B-Sektor, wo meist erklärungsbedürftige Produkte und Leistungen, oft mit technischen Inhalten, beschrieben werden, reichen diese Methoden jedoch oft nicht aus. Hier sind letztlich doch wieder erfahrene Autoren gefragt, die das notwendige Fachwissen mit journalistischer Schreibe und gleichzeitig Onlineerfahrung vereinen.

Kommentare

  1. Online-Pressemeldungen und deren (negative) Auswirkungen auf das SEO sind gerade seit den jüngsten Google-Rankingupdates ein sehr umstrittenes Thema.

    Ich glaube zwar nicht, dass alleine diese Duplicate-Content-Thematik einen solch dramatischen Absturz eines Web-Projekts bei Google auslösen können, zumindest nicht als einziger Faktor. Es sei denn die Inhalte bestehen rein aus Content, der auch an anderen Stellen im Web zu finden ist. Aber dann hätte dieses Portal eigentlich gar nicht erst gut in die Rankings einsteigen dürfen?

    Dennoch, auch wenn das die Presseportale im WWW nicht gerne hören werden: Auf dem eigenen Portal sollte man zu 90 Prozent, besser noch komplett auf Unique Content setzen der nirgends (!) anders im Internet lesbar ist. Und für Pressemeldungen dann auf komplett neu geschriebene Texte setzen, die nur dem Zweck der freien Verteilung dienen.

    • “Dennoch, auch wenn das die Presseportale im WWW nicht gerne hören werden: Auf dem eigenen Portal sollte man zu 90 Prozent, besser noch komplett auf Unique Content setzen”

      Seh ich auch so, alleine schon weil die Zielgruppe auf dem eigenen Portal ja schon angekommen ist. Da sollte der Text entsprechend anders ansprechen als wenn er auf einem Presseportal gelesen wird.

  2. Pressemitteilungen sind ja für die Verbreitung, offline wie online, erstellt worden. Da wird Google sicherlich nichts gegen haben. Ich würde eher das Augenmerk auf den Aussender, bzw. seine Homepage legen: Aus meiner Sicht wird es problematisch, wenn eine Webseite (fast) ausschließlich Links aus Presseportalen bekommt. Das dürfte ein klarer Hinweis auf eine unnatürliche Linkstruktur sein. Die meisten Homepages erhalten auch Links aus Blogs, via twitter, Facebook und anderen Webseiten. Wenn das langfristig fehlt, stimmt etwas nicht. Und da reagiert Google auch entsprechend.

  3. Mir will ja keiner glauben, dass hochwertigen Content schreiben bzw. veröffentlichen auf einen wenigen Portalen wesentlich mehr Erfolg bringt. Aber das kostet Zeit und Geld. Genau das wollen viele Unternehmen aber nicht investieren.

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